How will Autonomous Cars Change Our Cities?

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Mit unserem interaktiven Planspiel wollen wir die öffentliche Diskussion um die Gestaltung der Mobilität der Zukunft forcieren. Im Zentrum steht die Frage: Wie verändern neue Mobilitätssysteme unser Verhalten und was passiert, wenn sich alle anderen auch so verhalten wie ich? Welche Auswirkungen neue Mobilitätskonzepte wie Ridesharing oder autonomes Fahren auf unsere Städte haben.

 

In den letzten Jahren haben neue Mobilitätskonzepte weltweit an Präsenz gewonnen. Ridesharing, Ridehailing, autonomes Fahren - es gibt viele Ansätze und Konzepte, auch ganz konkrete Lösungen bestehen schon. All diese Konzepte beschäftigen sich mit dem Einsatz von Technologien in der Mobilität. Was jedoch fehlt, ist eine gesamtgesellschaftliche Diskussion darüber, was genau das Ziel dieser neuen Mobilitätsformen sein soll. Wie genau sollen unsere Städte aussehen? Wie wollen wir uns fortbewegen? Erreichen wir damit ein nachhaltiges, umweltbewusstes Verhalten in der Bevölkerung?

 

Um diese Diskussion hervorzurufen haben wir ein interaktives Planspiel entwickelt, welches den Teilnehmern zeigt, wie sich Städte und Verkehr verändern, wenn sich alle so verhalten würden wie sie selbst.

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Bei der Entwicklung des Planspiels haben wir in einem ersten Schritt wichtige Faktoren betrachtet, die auf die Mobilität von Menschen und die Infrastruktur von Städten Einfluss haben. Zwischen diesen Faktoren haben wir in einem System Dynamics Modell Beziehungen und Abhängigkeiten entwickelt, die das Gesamtgefüge der Mobilität abbilden. (Erklärung: Ein System Dynamics Modell ist eine Methodik zur Modellierung, Simulation, Analyse und Gestaltung von dynamisch-komplexen Sachverhalten in sozioökonomischen Systemen.) Das System Dynamics Modell errechnet die Auswirkungen des menschlichen Mobilitätsverhaltens auf die Städte und bildet somit die Herzkammer unseres Projekts.

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In unserem Planspiel werden den Teilnehmern circa zehn Fragen zu ihrem persönlichen Mobilitätsverhalten gestellt. Dazu müssen sie sich in drei Szenarien hineinversetzen. Szenario 1 ist die Welt von heute, das heißt die Transportmöglichkeiten und Mobilitätsangebote sind genauso wie im Jahr 2018. In Szenario 2 sollen sich die Teilnehmer eine “Sharing-Welt” vorstellen, in der Sharing Car- und Ridesharing Angebote perfekt funktionieren. Szenario 3 ist eine “autonome Welt” in der alle Fahrzeuge autonom fahren.

 

Die Ergebnisse der Befragung werden in das System Dynamics Modell eingetragen. Die Datengrundlage für das Modell bezieht sich aktuell auf die Stadt Berlin. Daraufhin berechnet das Modell inwiefern sich die Stadt Berlin und dessen Verkehrssituation verändern würde, wenn sich alle so verhalten würden wie die Teilnehmer des Spiels.

 

Das interaktive Planspiel Veranstaltung zum Thema Mobilität der Zukunft wurde mehrmals in unterschiedlichen Konstellationen durchgeführt - erstmals öffentlich im train2re:publica. Bei der Durchführung des Planspiels konnten wir viele Teilnehmer zum Nachdenken bringen - und eine lebhafte Diskussion über die Zukunft der Mobilität anregen.

 

Auf individueller Ebene stellte sich während des Spiels heraus, dass die meisten Teilnehmer die Vorzüge von autonomen Fahrzeugen gern nutzen würden – und zwar am Liebsten alleine. Außerdem waren sie plötzlich bereit, täglich sehr viel mehr Zeit im Auto zu verbringen. Dieses veränderte Verhalten führte im Modell dazu, dass autonome Fahrzeuge für 92% der Beförderungsleistung verantwortlich waren. Um die Mobilitätsbedürfnisse der Teilnehmer zu befriedigen, müsste die Fläche der Stadt Berlin 3x so groß werden würde wie sie heute ist. Auswirkungen dieser Art waren den Teilnehmern vorher nicht bewusst.

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Auf diese Art und Weise konnten wir eine lebhafte Diskussion darüber entfachen, welches Ziel wir eigentlich mit neuen Mobilitätskonzepten erreichen möchten.